Interview mit Frau Anna Bolte
Am Anfang war es für mich schwer.Ich habe 86 Jahre in den eigenen vier Wänden gewohnt. Ich wurde in meinem Elternhaus geboren und habe bis zuletzt dort auch gelebt. Aber es ging zu Hause nicht mehr. Das wollte ich am Anfang nicht einsehen. Meine Kinder haben sich um einen Heimplatz im Haus Maria gekümmert. Das Haus kannte ich aus der Zeit als es noch als Handelsschule und für die Ordenschwestern als Lyzeum genutzt wurde. Nach den Umbau zum Altenheim habe ich es aber nicht mehr betreten und wusste auch nicht was auf mich zukommt. Meine Kinder hatten ein sehr schönes, kleines Einzelzimmer mit Balkon zum Garten für mich ausgesucht und nett eingerichtet. Sie wussten, was mir wichtig ist. Bilder meiner Familie, handgestickte Kissen und weitere persönliche Dinge halfen mir sehr bei der Eingewöhnung. Natürlich auch die Besuche meiner Kinder! Die Familie muss zu einem stehen.
Ich wusste, dass ich nicht allein bin, da viele Bewohner im Haus Maria „alte Geseker“ sind. Dadurch fiel es mir nicht schwer, Kontakte zu knüpfen oder wieder aufleben zu lassen. Man muss natürlich auch selber etwas dafür tun und auf andere zugehen, das passiert nicht von alleine. Deshalb habe ich an den vielen Angebote, die im Haus Maria stattfinden, teilgenommen.
Heute bin ich einsichtig und kann sagen, es ging zu Hause nicht mehr. Hier habe ich mich gut eingelebt, fühle mich wohl und ich weiß, dass die Mitarbeiter im Haus Maria immer für mich da sind, wenn ich sie brauche.
Anna Bolte, 87 Jahre, lebt seit Juni 2007 im Haus Maria




